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Günther Wölfle

Günther in den 80ger Jahren Günther - heute

„I möcht‘ so gern a Rockstar sei“

Kirchheim. Seine Frau heißt Carmen. Doch wer, bittschön, ist Ulrike? Jenes Frauenzimmer, das er in der unvergesslichen Hymne an die schwäbischen Highlands – heute
 Biosphärengebiet – mit all ihren malerischen Grillplätzen so melodiös auffordert: „Gohscht mit auf d‘ Ahalb, Uhulrike, gohscht mit auf d‘ Ahalb mit mir. Oh, gohscht mit auf d‘ Ahalb, Uhulrike, mir brohded Wirschtle ond trenked Bier, . . .“
Gerne löst Günther Wölfle, waschechter Kirchheimer und bekennender Schwabe, das Geheimnis um „Uhulrike“ auf. „Des isch ganz harmlos. D‘ Ulrike war domols in onserer Clique. Des hot nix mit trauter Zweisamkeit zom do“.
Damals – lang, lang ist‘s her – studierte der Liedermacher und Schwaben-Blueser Günther Wölfle Jura in Tübingen. 1973, sein Studium hatte gerade begonnen, entstanden die ersten schwäbischen Texte und Lieder. So richtig bekannt, „dr Necker nauf on nonter“, wurde der langhaarige, lockige Barde nach dem Liedermacherwettbewerb beim Süddeutschen Rundfunk (SDR) 1977. Wolle Kriwanek belegte mit dem „Badewanna-Blues“ Platz eins, gefolgt von Günther Wölfle mit „I möcht‘ so gern a Rockstar sei“, und dem „Skat-Blues“. Danach nahm ihn die Schallplattenfirma EMI unter Vertrag und brachte den „Rockstar“ groß heraus.
„Des war mei beschte Zeit zwischa ‘77 ond ‘82. Damit hab‘ i mei Schtudium finanziert“, erinnert sich der inzwischen etwas ergraute, kurzhaarige Rechtsanwalt. War er bereits vor dem SDR-Wettbewerb in kultur-politischen Klubs, Jugendhäusern und ähnlichen als subversiv geltenden Einrichtungen zugange, so hatte er nach dem Schwaben-Contest zwischen Mannheim und dem Bodensee so richtig gut zu tun. Besonders der „Schwoba Karle“, der auf der ersten Wölfle-LP zu hören ist, hatte es seinen Zuhörern angetan. Natürlich gehörte zu den Klassikern auch „Yeschterday, an meim Fahrrad isch dr Träbbl heh“, die Reminiszenz des Schwaben an das weltberühmte Komponisten-Duo Lennon/McCartney.
Die zweite LP „I glaub‘ i werd so langsam alt“ spielte Günther Wölfle gemeinsam mit Harry Häussel, dem Burladinger Pick-up-Spezialisten, ein. Sie standen zwischen 1978 und 1982 auch gemeinsam auf den Brettern der Kleinkunstbühnen. Meist an Wochenenden.

Damals grassierten die Mundartwochen, und jede Stadt, die etwas auf sich hielt, holte sich dialektbegabte Liedermacher und Dichter in ihre Mauern.
Mitte der ‘80er ebbte die Mundartwelle ab. Günther Wölfle, inzwischen Anwalt in Kirchheim, und Harry Häussel trennten sich und gingen eigene Wege.
Vor zwei Jahren gab‘s ein Wiedersehen. Der Kirchheimer hatte zu seinem 60. Geburtstag alte Freunde eingeladen, darunter auch Harry Häussel. Der war von dem Wiedersehen so begeistert, dass er spontan vorschlug: „Mach‘ mr wieder ‘was z‘samma?!“ Günther Wölfle war bereit. Den ersten gemeinsamen Auftritt nach gut 30  Jahren hatten sie in der Kulturkneipe Hirsch in Glems und anschließend bei den Reutlinger Mundarttagen. Das Publikum war begeistert und applaudierte auch den neuen Songs „Stuttgart 21“ und „App-Wahn“.
Durch den erneuten Erfolg und viele E-Mail-Anfragen „sind sie der Günther Wölfle, der Yeschterday gesungen hat?“ bestärkt, plant das Duo Wölfle/Häussel ein Revival, sozusagen ein „Wiedergebürtle“ der Schwaben, die mit „Die Kirche bleibt im Dorf“, „Hannes und der Bürgermeister“ und „Laible und Frisch“ ganz gut im Geschäft sind.
Die „alte Sacha“ werden aufgepeppt, textlich aktualisiert und als „Beschd of“ dargeboten. Neue kommen hinzu. Auch schwäbische „Blüsla“ werden nicht fehlen.
„Ganz relaxed“ will es der Kirchheimer Liedermacher angehen. Hauptsache, es macht Spaß. „I muss mir nix mehr beweisa“. Und Geld verdienen damit, wie zu Tübinger Zeiten, muss er auch nicht. Seit 2000 arbeitet er in einem Böblinger Anwaltsbüro als Fachanwalt für Strafrecht, Miet- und Wohnungseigentumsrecht.
In Kirchheim zu hören sein werden Günther Wölfle und Harry Häussel in der Musiknacht am Samstag, 8.  Juni, um 21.30 Uhr im Keller des Alten Hauses und um 24 Uhr im Wachthaus.
Übrigens: Nach Wölfle/Häussel tritt im Alten Haus Werner Dannemann auf. Doch was kaum jemand weiß. Der Altrocker ist mit seiner Gitarre auf Günther Wölfles „Goischterfahrer“ zu hören. Es war seine erste Plattenaufnahme.



Richard Umstadt

Der Text wurde am 3.5.2013 vom "TECKBOTEN" der Kirchheimer Zeitung veröffentlicht! © Der Teckbote Redakteur: Richard Umstadt

Eines der "hitverdächtigen" Lieder

Marie - Angie
Marie - Angie

Marie, Marie,es gibt wirklich koi bessra als die.
Marie, Marie, du bisch wie die Frau aus meiner Fantasie.
Marie, wenn i die net hätt, i wüßt gar net, was i dät!
Oh, mei Leba wär so leer! Marie, Marie ,oh Marie
woisch des, i mog de emmr mehr!
Marie,Zuckerle, i mog die bei Sonne, bei Rega ond Schnee!
Marie , Marie , oh bitte, verlaß mi nie!
Jeden Sonntag gehn mir fort, i verzicht dann auf mein Sport,
damit i dir an Gfalla du .
Marie, Marie ,oh Marie, I love you!

nach Angie, von den Rolling Stones ( Jagger, Richards )

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